Ernte-Zeit

Dieser Zierapfelbaum steht bei uns im Hof seit nun schon über einem Jahr. Eigenhändig buddelte ich die Erde frei, setzte ihn, kaum 2 Meter hoch, hinein. Als sich der Frühling Anfang April ankündigte, buddelte ich wieder in der Erde, um den Boden aufzulockern, ein wenig zu düngen, und beförderte nebenbei zwei Dutzende weiße, fette Würmer, die später den jungen Baum befallen hätten, in die Bio-Tonne. Mitte Juli kam biologische Mittel zum Bekämpfen von Spinnmilben, Läusen zum Einsatz. 

Liebe fragt nicht nach Lohn. Die Hege und Pflege tat ich, einfach, weil der Baum nun da ist, weil ich ihn eingeladen hatte, hier zu sein. Und dennoch, wie ging mir das Herz auf, dass der junge Baum den harschen Winter überstanden hatte, als tausende, dufte, schneeweiße große Blüten Ende April aufgingen. Und nun, am Ende des Jahres angelangt, hängen wie kleine, liebliche Lampions rote Früchte über und über in den Zweigen.



Vielleicht fühlte der Baum, dass in mir noch der Jäger und Sammler steckt, jemand, der etwas liebäugelt mit dem einfachen Leben auf dem Land, aber ganz bestimmt vernarrt ist in die Schönheit und den Zauber der Natur… Irgendwann merkte ich auch, dass dem Baum die vielen Früchte zu schwer wurde. Also sagte ich ihm Danke, und erntete die reifsten Früchte. Ich liess noch etwa 1/4 der Früchte stehen, schließlich sind sie doch wunderschöne Augenweide im tristen, kalten Winter.


Es ist etwas merkwürdig und schön zugleich, die Ernte zu verarbeiten. Diese Früchte sind nun auch ein Teil von mir: Es ist alles eins. Ich, der Baum, die Früchte, verbunden durch die Liebe.




Zierapfel kann zur Marmelade oder Chutney verarbeitet werden. Die hier verwendete Sorte heißt Everest und schmeckt nach Hagebutte, Quitte und Roten Früchten.


Man kann die Früchte zu einem Kranz aufstecken.

Oder einfach nur bestaunen. 


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