Das Leben ist bunt...

Ob im indischen oder griechischen Pantheon, bei den Göttern oben wie hier bei uns unten, unter den Menschen.

Letzter Zeit beschäftigte mich die Astrologie wieder Mal intensiv... weil ich wissen wollte, was die Planeten in den einzelnen Häusern meines Horoskops mit mir machen, oder genauer, welche Aspekte von mir sie repräsentieren, welche Herausforderungen in meinem Leben sie ansprechen. Etc.

Und siehe da, die Planeten tragen Namen griechischer Götter oder Halbgötter. Und wie wir alle wissen, gibt es da, in und außerhalb des griechischen Olymps Dramen, Dramen und: Dramen. Intrigen, Verstecken, Bestrafungen, Irrungen und Wirrungen, Heldengeschichten, böses Schicksal, Erlösung, dumme Fehler, doch keine Erlösung, ... als unendlich präsentieren sich hier Möglichkeiten, wie man sein Leben leben könnte. 

Man könnte das Ganze als Seifenoper des Pre-TV-Zeitalters anschauen und abtun oder sich tatsächlich fragen, was es wohl mit einem selber zu tun hat. 

Erinnert Ihr euch an die Worte von Khalil Gibran? Wo er sagte, "Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, ... auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann..." Überlegt nun, warum Eros (lateinisch: Amor) immer als kleine niedlichen, pausbackigen Knaben/Putte mit Flügel dargestellt wurde? Tatsächlich waren die Eltern von Eros, Aphrodite und Ares, besorgt, dass der Eros nie erwachsen wollte oder konnte. Sie kamen zur Einsicht, dass Eros (die Liebe) zum Wachsen einen Gegenpart brauchte, also gebaren sie ihm den Antieros. Eros, die Liebe, lockt, das ist der erste Schritt. Zwei Liebenden kommen zusammen. Und nun kommt Antieros zum Zuge, erst wenn man sich dem "versteckten Schwert" stellt und daran wächst, reift die Liebe, sonst bleibt sie niedlich, harmlos, steril, ohne Leidenschaft.

Amor als Sieger, Caravaggio

Es ist auch bemerkenswert, dass einige Wirkungsfelder wie Mondknoten, Chiron oder Lilith erst in neuerer Zeit aktuell werden, oder in das Blickfeld, in das Bewusstsein der Menschen rücken. Chiron war der Sohn von Kronos und Philyra. Er wurde von Artemis in der Jagd, von Apollon in der Heilkunst und Weisheit unterwiesen. Er war Erzieher großer Helden, u.a. Achilleus. Chiron wurde von einem vergifteten Pfeil des Herakles verletzt. Auch wenn die Tat unbeabsichtigt war, verursachte die Wunde solche Qualen, dass Chiron sich den Tod wünschte. Erlösung fand er, indem er für den Prometheus starb, wodurch auch die Qualen (als Bestrafung) des Prometheus ein Ende fanden.

Peompeo Girolamo Batoni,
Der Kentaur Chiron als Erzieher des Achilleus
Im Horoskop präsentiert der Chiron unsere Verletzung, unseren Wundpunkt. Wie geht man mit seinen Verletzungen um? Indem man auf Rache sinnt, weil die anderen "Schuld" waren, und sie sollen es zu spüren bekommen? Doch die Wunde wird bei einem selbst sein, und den Schmerz wird man selber tragen müssen. Jedes Mal, wenn man die Finger auf den anderen richtet. Oder man lässt sie los, ohne Schuldzuweisung, ohne "Vergebung" (denn es gibt nichts zu vergeben), einfach den Griff lockern, und sie gehen lassen. 

Im Gegensatz zu Chiron werden wir dadurch nicht sterben. Die Wunde stirbt. Zurück bleiben wir, etwas reifer, stärker, haben mehr verstanden, ein ganzes Stück weiser.

Und so ist man selber ein Held geworden, ein Held in seinem eigenen Leben, geschult durch den Chiron, Lehrer der Jagdkunst (Durchsetzungskraft), der Heilkunst und der Weisheit.

Warum Chiron u.a. so aktuell werden in unserer Zeit? Weil wir aufhören sollten, draußen den Krieg zu machen, ob im Kleinen oder im Großen, sondern auf uns schauen, wo sind unsere Verletzungen, wo sind unsere Wunden. Und du wirst nicht alleine sein, ein Gott oder Halbgott steht immer als Schirmherrschaft, er wird dich lehren, heilen, und dir Kraft verleihen.


Und so ist das Leben bunt, in all seinen Farben und Schattierungen, in all seinen Aromen und Gerüchen, in all seinen Geschmacksrichtungen... alles darf sein, alles hat Sinn.

Kali, tötet alle Egos

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