Sommer hoch3, der Zweite

Wow, diese Hitze, eine echte Herausforderung... sich in Gelassenheit zu üben. Einfach nichts (dagegen) tun... und irgendwie verstehe ich jetzt, warum das Abendmahl in südlichen Ländern erst ab 21 Uhr los geht. Dafür mit vielen schönen Leckereien. 

Joghurt und Minze kühlen von Innen, Gewürze wie Kreuzkümmel entkrampfen und helfen der Verdauung, Chili unterstützt das Schwitzen und somit das Senken der Körpertemperatur. Kurkuma (Gelbwurz) lindert Gelenkschmerzen, und das im letzten Beitrag vorgestellte Zitronenwasser sowie der Koriander reinigen die Leber auf ganz natürliche Art.















Joghurt mit Minze


1 Becher Naturjoghurt (3,5%, 150g) mit 1/2 Becher Sauerrahm (10%, 100g), 1/2 Teel. Meersalz verrühren, leicht pfeffern, eine Handvoll Minze (vorzugsweise marrokanische Minze) unter Wasser abbrausen, trocken schütteln, klein hacken, unterrühren. Mind. 1 Std. im Kühlschrank ziehen lassen. 

Variationen:
Für Gurken-Raita (indisch) eine große Prise gemahlenen Kreuzkümmel, sowie 1/2 gewürfelte Landgurke unterrühren.

Für Tsatsiki etwas Quark (20%, ca. 100g), 1/2 Knoblauchzeh, fein gehackt, sowie 1/2 geraspelte Landgurke unterrühren.


Blumenkohl vom Blech
Dieses Rezept habe ich bei Delicious Days gesehen. Für mich das absolut genialste Rezept für Blumenkohl. Von der Gewürzmischung her erinnert es mich an indische Pakoras, jedoch nicht so fett-triefend (sorry! but true...). Wie alle wissen, ist die Zubereitung von Kohl heikel: den al-dente-Punkt zu erwischen ist fast schon eine Kunst, über den Punkt hinaus schmeckt er nur noch matschig, weshalb Blumenkohl nicht gerade viele Liebhaber zählt. Bei dieser Zubereitung stimmt die Konsistenz, und es schmeckt warm oder kalt, ein wahrer Appetizer oder Anti-Pasti, oder Beilage zu Gegrilltem.


1 großer Blumenkohl, gewaschen, in Röschen geteilt
1 El Sesam
1 Tl schwarzer Sesam (kann durch weißen ersetzt werden)
1 Tl Kreuzkümmel
1/2 Tl Korianderkörner
1 Tl grobes Meersalz
1/2 Tl schwarzer Pfeffer
2 kl. getr. Chili (oder 2-3 Prisen gem. Chili)
1/2 Tl getr. Thymian
1/2 Tl Gelbwurz (Kurkuma), gemahlen

Backofen auf 200°C vorheizen.

Die Gewürze in einem Mörser fein mahlen, in einen großen Schüssel (mit passendem Deckel) geben, mit 3 EL Semmelbrösel, 2 El Olivenöl vermengen. Die Blumenkohlröschen darin wenden, mit Hilfe eines großen Löffels, oder Deckel auf den Schüssel und kräftig durchschütteln. Die Röschen sollen gleichmäßig vom Gewürz-Gemisch überzogen sein. 

Die Röschen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech verteilen. Im vorgeheizten Ofen 25-30 Min. backen.







Und nun das letztes Mal versprochene Hackfleischgericht. Erinnert Ihr euch noch an dieses Photo?



Das Grundrezept hatte ich aus einem uralten Buch mit Rezepten aus der chinesischen Dim-Sum Küche. Dim-Sum ist kantonesisch, "point the heart", "Herz berührend" wäre die wortwörtliche Übersetzung. Es handelt sich um kleine Snacks, Bistro-Gerichte, etwas für zwischendurch, oder zum Naschen.

Der pikant gewürzte Hack wird dann über gekühlte (gegarte) Glasnudeln gestreut, ein erfrischender Snack während der Sommerzeit. Ich hatte die Idee, die Glasnudeln durch abgekühlte Pellkartoffeln zu ersetzen, die zusätzlich auf einem Bett von in Streifen geschnittenen Batavia-Salat ruhten. Es ginge mir auch darum, die Asia-typischen Zutaten wie Bohnensprossen durch das hiesige Gemüse zu ersetzen. Erstens isst man in Asien auch nicht andauernd ausschließlich Bohnen-Sprossen, zweitens sind Nahrungsmittel aus der unmittelbaren Umgebung nährender als die weit hergeflogenen.

Man könnte das Gericht nun entweder so essen, oder als Wrap-Zutaten in ein arabisches Fladenbrot wickeln, und dann hat man plötzlich etwas Mexikanisches, oder Arabisches, oder Cosmopolitan-Style in der Hand.

Grundrezept gewürzter Hack (für 2 Personen)

ca. 200g Hackfleisch
1 El Öl
2 El chinesische Bohnenpaste (optional)
1 1/2 EL Soja-Sauce
1/2 Tl Salz
1 Tl Zucker
1 El trockener Sherry
3 EL Wasser

Topping:
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
1 Knoblauchzeh, fein gewürfelt
2 El Chili Öl

Öl in einer Pfanne erhitzen, das Hackfleisch darin kräftig anbraten, Bohnenpaste, Soja-Sauce, Salz, Zucker, Sherry, Wasser dazu geben und für weitere 3 Min. braten. Die Herdplatte ausschalten. Frühlingszwiebeln, Knoblauch sowie Chili Öl dazugeben, unterrühren. Das Ganze über die abgekühlten gegarten Glasnudeln geben, gut vermischen. 


Variationen:
Sze-chuan Style: statt Bohnenpaste hatte ich 1 EL zerstoßenen Sze-chuan Pfeffer genommen. Dieser etwas braun-rötliche "Pfeffer" prickelt und betäubt ein wenig die Zunge, ist nicht wirklich scharf, schmeckt nach hinten etwas süß wie Süßholz.

Als Topping sehr passend: Koriander und Thai-Basilikum, fein gehackt.



Bon Appétit!

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