Rhabarber - doppelter Genuss

Kaum scheint so ein paar Tage die Sonne, schon hat unser Gemüsehändler einige Stangen wunderschöner, knackiger Rhabarber auf seinem Stand. Gut für mich. Im Folgenden stelle ich euch - für mich - den ultimativen Rhabarberkuchen vor, und mit ihm eine super einfache Marmelade, ohne Gelierzucker. 



Mein it-Rhabarberkuchen hat einen dünnen Mürbteigboden, eine Lage dicke Rhabarberstücke, und oben drauf eine gefühlte meterhohe Baiserhaube. Wir essen den Kuchen noch lauwarm: hmmm, erst dieser süße, unendliche Wolkenschaum, wie im 7. Himmel, dann kommt etwas süß-säuerliches, und der Mürbteigboden fängt einen wieder sachte auf. 





Die Konsistenz so manchen Essens ist sicherlich ausschließlich für das Vergnügen gedacht! Ach ja, und wenn man tatsächlich abwarten könnte, statt den Kuchen so wegzuputzen, dann perlt die Schneehaube noch so ein paar goldene Karamel-Tropfen hervor. 




Für den kleinen Kuchen (20 cm Durchmesser) wurde nur die Hälfte der Einkäufe verbraucht. Aus dem restlichen Rhabarber mache ich Marmelade, ohne Gelierzucker, jedoch mit Hilfe von Apfel.



Das Prinzip von Marmelade ist sehr einfach: Obst, Säure, Zucker und Apfelpektin. Wenn alles mengenmäßig gut abgestimmt und zu einer dickflüssigen Masse gekocht ist, nochmals 3 Minuten richtig blubbern lassen. Abfüllen, Glas umdrehen, fertig.




































Jetzt geht es los:

Rhabarberkuchen, für eine Form von 20 cm Durchmesser:
100g Mehl
50g Butter
30g Zucker
1 Eigelb
1 Prise Salz

Aus den Zutaten einen Mürbeteig kneten, im Kühlschrank 30 Min. ruhen lassen. Inzwischen Rhabarber (2 mittelgroße Stangen) putzen und in größere Stücke (3 cm breit) schneiden. Mit etwas gemahlener Vanille (oder Vanillemark) und 1 El Zucker vermischen. 

Ofen auf 180° Grad (oder 160° Umluft) vorheizen. Die runde Backform mit Butter einfetten. Den Teig ausrollen, in die Form legen, dabei einen Rand von 2 bis 3 cm formen. In dem heißen Ofen auf mittlerer Schiene 8 Min. blind vorbacken. Nach dieser Zeit den Kuchen herausnehmen, mit den Rhabarber-Stücken belegen. Zurück in den Ofen für weitere 25 Min. backen. 

Kurz gegen Ende der Backzeit das eine über gebliebene Eiweiß steif schlagen, 25 bis 30g Zucker nach und nach einrieseln lassen und dabei weiter den Eischnee schlagen, bis die Masse glänzend wird. 
Man kann auch, wie ich hier, zwei Eiweiße verwenden, dafür die Zuckermenge verdoppeln. Das übrig gebliebene Eigelb muss man anderwärtig verwenden. 

Kuchen nach 25 Min. herausnehmen, Eischnee darauf verteilen, wieder in den Ofen schieben, 5 bis 8 Min. backen, bis die Schneehaube oben leicht gebräunt ist. 




















Rhabarber Marmelade

Es handelt sich hier mehr um Anhaltspunkte als um ein genaues Rezept. Das Gute daran ist: man ist flexibler bei Situationen, wenn z.B. etwas über bleibt wie hier nach dem Kuchen Backen, oder man nicht gerade 10 Gläser Marmelade kochen will. 

Für die Rhabarbermarmelade hatte ich drei dicke Stangen Rhabarber (300g ???), einen halben mittelgroßen Apfel, und Zucker nach Geschmack genommen. 

Rhabarber putzen, und in feine Stücke schneiden, ein paar größere sind auch darunter für mehr Obstspaß in der Marmelade. Apfel schälen, entkernen, grob raspeln. Alles zusammen in einem Topf mit schon Mal 3 El Zucker vermischen und etwa 5-10 Min. stehen lassen. Dabei zieht der Zucker etwas Flüssigkeit aus dem Rhabarber, was das Kochen nachher begünstigt. Nach 5 bis 10 Min. also den Topf auf den Herd stellen und bei mittelhoher Temperatur das Ganze gemächlich zum Kochen bringen. Dabei die Masse immer wieder umrühren. Durch das Erhitzen, Kochen gibt der Rhabarber immer mehr Säure ab, kurz vor dem Siedepunkt, wenn die Masse schon flüssig ist, so viel Zucker dazu geben, wie es einem schmeckt. Wenn sich jetzt Schaum auf der Oberfläche bildet, ist es ein sicheres Zeichen, dass die Marmelade gelingen / gelieren wird. Wenn nicht, ist auch nicht weiter schlimm. Wenn alles wunderbar abgeschmeckt ist, die Masse zum Sieden erhitzen, 3 Minuten schön blubbern lassen. Fertig.

In ein sauberes Glas (mit Deckel) abfüllen, bis dicht unter dem Rand, Deckel drauf, fest zuschrauben, umdrehen, abkühlen lassen. Die Marmelade hält geöffnet, je nach Zuckerbeigabe 2 bis 4 Wochen im Kühlschrank. Bei uns nie länger als eine Woche...

Ungeöffnet, im Kühlschrank gelagert, hält es sicherlich 2 Monate, bis einem halben Jahr. Aber das haben wir noch nie geschafft...

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