Tessiner Brot

Seit Anfang diesen Jahres (2013) gibt es bei uns (fast) nur noch selbst gebackenes Brot. Lange war ich davon überzeugt, Brot Backen wäre viel zu kompliziert. Dabei ist es so einfach! Und, unglaublich, aber wahr: selbst gebackenes Brot ist so lecker!



Alles, was man braucht, sind gute Zutaten (am Besten Bio) und Zeit. Ich knete am liebsten selber den Teig statt ihn der Küchenmaschine zu übergeben. (Übrigens besitze ich auch keine Küchenmaschine.) Ich fühle in meinen Händen, ob der Teig noch Wasser braucht, oder Mehl, und wann der Teig geschmeidig wird. Die Zutaten unterliegen nämlich täglichen Schwankungen wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur etc. Und es ist eine sinnliche Arbeit, mit den Händen etwas zu erschaffen.




Selbst das Gehen des Teiges hat etwas Besonderes. Der Teig wird zugedeckt: etwas entwickelt sich im Dunklen. Es ist wie der Winter, scheinbar kommt alles zum Stillstand. Doch unterirdisch, dem Blick aller entzogen, sammeln sich die Kräfte, der Saft, für den Frühling, für das Erblühen. 

Ja, und man darf den Teig nicht stören. Gute Dinge brauchen Weil'. So ist es auch mit vielen Dingen im Leben. Und wenn ich sonst kein Mensch der Geduld bin, so erinnere ich mich beim Brot Backen wieder daran, dass auch die Kreativität diese so wertvolle Zeit des Gehens braucht, um neue Ideen und Impulse auszubrüten und zu gebären.





















Nach all diesen philosophischen Anschauungen von Natur, Leben und Menschen dürfen wir uns nun dem Essen zuwenden, das nach so einer geistigen Anstrengung nur allzu willkommen ist. Das Tessiner Brot backe ich Mal als Brötchen/Semmel im Ring, Mal im Kasten als Sandwich-Brot.



Jetzt kommen wir zum Rezept.
für 10 Semmel/Brötchen oder 1 Kasten (25cm lang)
16 Std. + 2 Std. Gehzeit, 25 Minuten Backzeit

Vorteig
180g Weizenmehl (Typ 550)
90g Wasser + eventuell mehr 
3 g frische Hefe

Hefe in einer Schüssel in lauwarmen Wasser auflösen. Mehl unterrühren und zu einem geschmeidigen Teig kneten (ca. 5 Minuten). Zugedeckt in der Schüssel 16 Std. bei Zimmertemperatur ruhen lassen (über Nacht).

Hauptteig
240g Weizenmehl (Typ 550)
120g Wasser + eventuell mehr
8g frische Hefe
9g Salz (Meersalz)
24g Olivenöl (etwas rustikaler) oder Butter (etwas milder)
+ Vorteig


Hefe in einer großen Schüssel in lauwarmem Wasser auflösen. Ich gebe meistens noch eine große Prise Mascobado-Zucker dazu. Mehl und Vorteig unterrühren, Öl oder Butter ebenfalls unterrühren. Zuletzt das Salz dazugeben. Nun mit den Händen alles kräftig durchkneten (mindesten 8-10 Minuten), bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. 

In einer Schüssel zugedeckt 1 Std. gehen lassen. 

Für den Ring den Teig nach 1 Stunde in 10 Stücke teilen, jedes Stück etwas rund wirken, 10 Min. auf einem Backblech, mit Backpapier belegt, ruhen lassen. Danach die Teigstücke mit etwas Abstand in Runde legen. Zugedeckt bei Zimmertemperatur 1 Std. ruhen lassen.

Für das Sandwich-Brot eine 25cm lange Kastenform mit Butter einfetten, den Teig formen und in den Kasten hinein legen. 1 Std. zugedeckt ruhen lassen.

Backofen auf 200° Grad vorheizen. Brötchen 25 Minuten lang backen, Brot 30 Minuten. Das Brot ist durch, wenn es hohl klingt, wenn man auf die Rückseite klopft.


Das Rezept habe ich bei der Küchenschabe gesehen, allerdings für meine Verhältnisse abgewandelt.





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